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Start Leben in Paraguay Sitten und Gebräuche
Sitten und Gebräuche

Paraguay ist ein Land mit Tradition, das auf spanisch-indianische Kultureinflüsse basiert. Ein Land mit einem besonderen Flair und Karakter.

Tereré und Mate:

In einem kleinem Gefäß namens Guampa (meißt aus Holz oder Kuhhörner hergestellt) wird Yerba mit wilden Kräutern - welche von Bäumen, Wiesen oder Büschen stammen, mit Wurzeln und Mate gemischt. Dann wird die Bombilla (ein Strohhalm aus Metall mit einem Sieb am unteren Ende in Form von einem Löffel) in die Mischung gesteckt, und mit kalten Eis-Wasser aus einem Thermobehälter oder einer Kanne mit Eis aufgegossen. Der Aufguss wird in einem Zug ausgetrunken. Meistens sind das zwei bis drei Schlucke. Die Guampa wird erneut mit Wasser gefüllt. 

Mate trinken ist im Prinzip die Gleiche Mischung, jedoch wird nur der Aufguss wird statt mit kalten mit heißen Wasser vollzogen.

Das Tereré-Trinken ist in Paraguay ein besonderes Ritual.

Wenn man Ihnen diesen Becher reicht an dem vielleicht schon 4 oder 5 Leute gesaugt haben, lehnen Sie entweder danken ab, oder trinken Sie den Becher vollkommen leer, damit er wiederaufgefüllt an den Nächsten weitergegeben werden kann. Übrigens: das Rauchen beim Tereré-Trinken ist verpönt genau wie das Abwischen des Röhrchens.

Begrüssung:

Wie überall in spanisch-sprachigen Ländern gilt der Handschlag und der Wangenkuss als die normale Begrüßung unter Freunden und Bekannten. Bei engeren Freundschaften wird auch die Umarmung verwendet.

Zur Begrüßung sagt man ein freundliches ¡Hola! ¿Cómo están?" (Hallo! Wie geht es euch?) oder ein ¿Qué tal? (WIe geht´s?) 

Man antwortet - egal wie es einem geht – stets mit: "muy bien"- (sehr gut!) Zum Verabschieden sagt man einfach nur: ¡Chau! oder mit mehr Eleganz ¡Hasta luego! (Tschüss)

Eine typisch paraguayische Antwort (eine Mischung mit Guaraní) ist auch: "alpelo" (so wie cool - daumen hoch) und "Tranquilopa" (alles o.K.) 

Naturmedizin:

Die meisten Menschen vom Land kennen noch die ausführlichen Kenntnisse für Heilkräutern. Fast jede Pflanze, Wurzel, Blätter oder Blüte hat hier noch eine besondere Bedeutung und werden entweder in Form von Aufguss oder Paste (gemischt oder als Einzelkräuter) verwendet. Ein Wissen was heute noch von Mutter zu Kind weiter gegeben wird um nicht in Vergessenheit zu geraten. Auf den Märkten in den Städten werden auch heute noch die verschiedensten Zubereitungen oder Kräuter angeboten. 

Religion:

Fast alle Einwohner von Paraguay sind katholisch, und in die Kirche zu gehen (Sonntag) ist hier noch nicht durch die Moderne vertrieben. Beim passieren einer Kirche mit dem Auto oder ähnlichen bekreuzigen sich die Paraguayer. 

wischen Familie und Verwandten bitten die Jüngeren die Älteren Personen um Segen. Dies geschieht mit den Worten "La bendición" (Segen) und die Hände werden flach wie bei einem Gebet zusammengedrückt und vor die Brust gehalten. Die Jüngeren erhalten von den Älteren die Segnung mittels einer Bekreuzigung mit der Hand vor der jeweiligen Person. 

Dies wird meist noch auf dem Land oder bei sehr gläubigen Stadtbewohnern praktiziert.

Familie:

Vater und Mutter sind bei Kindern und Jugendlichen eine absolute Respektperson. Beleidigungen oder Widersprüche sind hingegen zur westlichen Kultur absolut tabu. Was Vater oder Mutter sagen - ist so. Eine Frau kann erst ihren Freund mit nach Hause bringen, wenn es die Eltern erlauben. Hier gilt nicht das Alter der Frau oder gar die Volljährigkeit. Vater und Mutter bestimmen den Umgang und die Zeit. Viele Europäer wissen das nicht, dass Dienstag, Donnerstag und Samstag der Tag des Besuchs bei der Tochter ist. Andere Tage sind tabu. Sonntags sind Ausnahmen möglich. Bei den meisten Familien fragt der Mann vorab um die Erlaubnis zum Besuch bei den Eltern.

Die meisten Jugendlichen verlassen erst das Elternhaus, wenn Sie in einer anderen Stadt arbeiten oder studieren müssen, oder wenn Sie heiraten oder eine feste Partnerschaft mit eigenem Wohnsitz gründen. Manche "Jugendliche" verlassen erst mit 30 oder gar 40 Jahren das Elternhaus. Manche leben bis ans Lebensende bei der Familie. Eine Familien-Tradition die wir als Deutsche gar nicht mehr verstehen können. 

Männer und Frauen:

Hier bedient die Frau noch den Mann mit einer Selbstverständlichkeit. Zu ihren Pflichten gehört es z.B. Mate und Tereré aufzugießen, Kinder hüten und versorgen, zu kochen den Haushalt zu koordinieren und den täglichen Einkauf zu regeln. Der Mann geht auf dem Land arbeiten, oder in der Stadt. Zwar hat es hier schon die Veränderung in der Gesellschaft gegeben, und die Frauen haben eigene Berufe die sie in der Stadt verrichten, doch die Emanzipation ist hier zu Lande noch längst nicht so weit wie in Deutschland. Der Mann hat hier immer noch eine Matcho-Rolle.